Die EM in Frankreich kündigt sich bereits jetzt als ein einziges Eldorado für Freunde der Sportwetten an: Bevor dann aber im Sommer 2016 während der Endrunde hunderte Live- und Spezialwetten unzählige Gewinnmöglichkeiten versprechen, ist das Interesse der Wettanbieter derzeit verständlicherweise allein auf den kommenden Europameister gerichtet. Alle namhaften Buchmacher offerieren längst die Möglichkeit, per Langzweitwetten auf den Nachfolger des Titelverteidigers aus Spanien zu setzen – und da bekanntlich stets der frühe Vogel den Wurm zu fassen kriegt, fallen die Quoten für rechtzeitig entschlossene Tipper häufig erfreulich stattlich aus.


Deutschland wird Europameister: zur aktuell besten Quote 4,50 bei Mybet


Allerdings ist der Tipp auf die beste Mannschaft Europas dieses Mal auch mit ganz besonderen Schwierigkeiten behaftet: Abgesehen davon, dass sich mit Ausnahme des gesetzten französischen Gastgebers gegenwärtig noch alle Titel-Interessenten durch die Qualifikation schlängeln müssen, werden während der Endrunde erstmals gleich 24 Teams an den Start geschickt. Wurde der Europameister vor gar nicht allzu langer Zeit noch in einem nur acht Teilnehmer zählenden Mini-Turnier ermittelt, könnte die Auswahl beim Elite-Treffen in der „Grande Nation“ nun also kaum größer sein – wenngleich sich der Kreis der Top-Favoriten bei den Wettanbietern dann erwartungsgemäß doch wieder vor allem auf die üblichen Verdächtigen reduziert.

3 Top-Favoriten bewerben sich um die europäische Krone

Unter dem noch frischen Eindruck der WM in Brasilien ist es etwa geradezu selbstverständlich, dass die deutsche Nationalmannschaft auch an der Seine mit besten Chancen auf den Sieg ausgestattet ist: Mehr noch als der vierte Stern hat der Elf von Jogi Löw in Südamerika schließlich so mancher entfesselte Auftritt – man denke nur an den legendären 7:1-Erfolg über die Selecao – jede Menge Respekt eingebracht. Die deutliche Favoritenstellung in Frankreich ist zudem auf das Schwächeln einer klassischen Konkurrenten zurückzuführen: Die im vergangenen Jahrzehnt übermächtigen Spanier scheinen nach dem enttäuschenden k. o. in der Vorrunde am sportlichen Scheideweg zu stehen.

Die Quoten der EM 2016 im Wettanbieter Vergleich

Die Abbildung oben zeigt die aktuellen Quoten für den Europameister 2016 im Vergleich der wichtigsten Wettanbieter. Weltmeister Deutschland gilt naturgemäß auch bei der Europameisterschaft als Top-Favorit, aus Sicht der Wettanbieter sollten sich Gastgeber Frankreich sowie Titelverteidiger Spanien als die zwei härtesten Konkurrenten für die DFB-Auswahl erweisen. Die Grafik stammt vom Portal sportwettentest.net und zeigt den Quotenstand von Oktober 2014.

Da es die rote Furie aber ebenso wie die DFB-Auswahl auf den Rekordwert von drei EM-Titel bringt, werden die Iberer von den Bookies keineswegs vorschnell abgeschrieben: Wenngleich der kürzliche WM-Einbruch die Quoten merklich in die Höhe treibt, wird es Vincente del Bosque offensichtlich dann doch sehr wohl zugetraut, aus den in beneidenswerter Zahl bereitstehenden Talenten eine neue schlagkräftige Truppe zu formen. Auf Augenhöhe mit den Spaniern wird zudem der Turnier-Ausrichter erwartet: Da die Equipe Tricolore den wichtigen Heimvorteil schon bei der EM 1984 und der WM 1998 zum Einheimsen von Trophäen zu nutzen wusste, werden die Franzosen vor heimischem Publikum nun erneut ganz weit vorne gesehen.

Belgien und Italien lauern im Hintergrund

Mit diesen drei Nationen hat sich das Feld der absoluten Top-Favoriten erstaunlicherweise bereits erschöpft: Die bei der WM wieder einmal nur knapp an einem großen Titel vorbeigeschlitterten Niederländer werden von den Wettanbietern dagegen einigermaßen argwöhnisch beäugt. Sei es auf die misslungene EM in Polen und der Ukraine oder das stets fehlende Glück in den entscheidenden Turnier-Phasen zurückzuführen – die Experten hinter den Wettschaltern machen sich schon im Vorfeld darauf gefasst, dass es für Robben & Co wie gewohnt nicht für den ersehnten Coup reichen wird. Allenfalls im erweiterten Titelkreis finden sich zudem auch die Italiener ein; dem amtierenden Vize-Europameister hat es ganz offensichtlich geschadet, dass der Abstecher zum Zuckerhut gründlich danebengegangen war.

Hinter den hoch gehandelten Vertretern der europäischen Spitzengruppe machen dann allerdings auch ein paar weniger schillernde Namen deutlich, dass der kontinentale Fußball in den vergangenen Jahren in Bewegung gekommen ist: Wurden die hochgehandelten Belgier etwa schon in Brasilien den teils überschäumenden Erwartungen mit dem Einzug ins Viertelfinale im Großen und Ganzen gerecht, sollte nun dank der gewonnenen Reife bei der EM nicht einmal mehr der goldene Wurf auszuschließen sein. Mit Blick auf die hochwertig besetzte Mannschaft sind die roten Teufel in Frankreich vermutlich bereits etwas mehr als nur ein Geheim-Favorit – diesen inoffiziellen Titel haben sich hingegen wohl eher die Teams aus Russland, Kroatien und der Schweiz verdient.

In England träumt man von der Rückkehr zu alter Stärke

Auf unmittelbarer Augenhöhe mit den Belgiern findet sich derzeit dagegen das Mutterland des Fußballs ein: Für die Engländer ist es aber natürlich nicht unbedingt ein Ruhmesblatt, aus dem Kreis der stets am höchsten gewetteten Nationalmannschaften vertrieben worden zu sein. Nach dem frühen Scheitern bei der WM sehen sich die Three Lions nun offensichtlich aber erst einmal herausgefordert, verlorengegangenen Kredit zurückzuerobern – Ähnliches kann aus den Langzeit-Quoten auch für die Portugiesen geschlussfolgert werden, die im WM-Sommer selbst der Welt-Fußballer Cristiano Ronaldo nicht vor einer großen Enttäuschung bewahrte.