DFB-Team: Deutschland führt die FIFA-Weltrangliste weiter an

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Das neue Jahr hat begonnen, der Countdown bis zum Beginn der Europameisterschaft in Frankreich tickt laut und die Vorfreude auf ein tolles Turnier wächst von Tag zu Tag. Die Nationalmannschaften befinden sich längst in der heißen Vorbereitungsphase und die Trainerstäbe grübeln bereits täglich über neue Taktiken. Sie studieren und analysieren die Gruppengegner und hoffen Schwachstellen zu finden, um ihr Team auf diese Schwachstellen ansetzen zu können.

Neben einer akribischen Vorbereitung und der körperlichen Fitness spielt bei vielen Spielern und auch Trainern der eigene Aberglaube eine große Rolle. Es ist schon so eine Sache mit dem Aberglauben. Manchmal glauben die klügsten und gebildetsten Menschen an sehr seltsame und unlogische Dinge. Das Phänomen des Aberglaubens ist vor allem im Sport und im Showbusiness wirklich weit verbreitet. Und nicht nur die Aktiven entwickeln ihre Spleens, auch die Fans stehen dem oft in nichts nach. Wir erinnern uns noch lebhaft an Paul, das skurrile Tintenfisch-Orakel, das bei der EM 2008 und der WM 2010 tatsächlich fast alle Sieger richtig voraussagte.

Manch einer glaubte so sehr daran, dass Paul tatsächlich die Ergebnisse voraussagen konnte, dass man gar sein Geld darauf gewettet hat, selbst wenn die Wettquoten der Anbieter klar dagegen gesprochen haben. Auch beim Wetten spielt der Aberglaube oft eine Rolle. Am Ende bleibt es jedem selber überlassen, ob man den Wettquoten von Anbietern wie z.B. 32Red, William Hill oder Interwetten vertraut oder doch eher das Risiko eingeht, seinem Aberglauben zu nachzugehen.

Aberglaube kann sich in ganz einfachen Dingen widerspiegeln. Angewohnheiten, die sich bereits in der Kindheit entwickelt haben und sich durch die gesamte Karriere ziehen, wie z.B. bei Miroslav Klose, der sich grundsätzlich immer zuerst den rechten Schuh anzieht und auch den Rasen immer zuerst mit dem rechten Fuß betritt. Das können aber auch spontane und eher temporäre Dinge sein, wie der berühmte blaue Kashmir-Pulli, den Jogi Löw bei der WM 2010 in Südafrika bis zum Aus im Halbfinale bei jedem Spiel trug.

Aberglaube ist keine Spinnerei

Man kann den Aberglauben natürlich einfach als Spinnerei abtun, aber Psychologen tun das nicht und können dem Aberglauben viel Positives abgewinnen. Anstatt Angst zu haben oder an sich zu zweifeln, kann der Glaube an die absurdesten Dinge Wunder bewirken und den Fokus vom Negativen ablenken. Angst, Selbstzweifel oder Lampenfieber sind oft entscheidende Gründe und Ursachen für das eigene Versagen. Wenn man sich mithilfe des Aberglaubens aber erfolgreich davon ablenken kann, dann ist das natürlich überaus hilfreich.

Auch einige unserer Weltmeister, die sich im Sommer in Frankreich hoffentlich den nächsten Titel schnappen werden, haben verschiedene Marotten. Manuel Neuer muss direkt vor dem Anpfiff die beiden Pfosten und die Latte jeweils einmal berühren, um beruhigt ins Spiel gehen zu können.

Unser Kapitän schwört auf weiße Schuhe

Bastian Schweinsteiger hat gleich mehrere Marotten, wenn er bei der Nationalmannschaft ist. Er muss sowohl als Letzter aus dem Bus rauskommen, als auch als Letzter das Spielfeld betreten. Des Weiteren muss er immer weiße Schuhe tragen, sonst fühlt er sich laut eigener Aussage nicht wohl.

Kolo Toure treibt es auf die Spitze

Dass man mit seinem Tick auch zu weit gehen und den Erfolg der ganzen Mannschaft gefährden kann, hat Kolo Toure beim Champions League-Achtelfinale 2009 zwischen seinem FC Arsenal und AS Rom eindrucksvoll bewiesen. Er teilt sich seinen Tick mit Bastian Schweinsteiger und muss immer der letzte Spieler seines Teams sein, der den Platz betritt, und zwar auch nach der Halbzeitpause. In der angesprochenen Partie verletzte sich sein Mannschaftskollege William Gallas kurz vor der Pause, wurde während der Halbzeitpause in der Kabine behandelt und war nicht rechtzeitig zum Anpfiff der zweiten Halbzeit wieder fit. Aber selbst in einem so wichtigen Spiel, war Toure nicht dazu bereit, von seinem Habitus abzusehen, sodass seine Mannschaftskollegen die zweite Halbzeit mit zwei Mann weniger beginnen mussten. Wir wollen hoffen, dass Bastian Schweinsteiger sich in einer solchen Situation besinnen und mannschaftsdienlicher handeln würde.

Ob die deutsche Nationalmannschaft zur EM 2016 noch ein kollektives Ritual einführen wird, bleibt abzuwarten. Dass man mit so etwas aber auch große Titel gewinnen kann, haben die Argentinier bei der WM 1986 in Mexiko bewiesen. Weil der argentinische Coach Carlos Bilardo felsenfest davon überzeugt war, dass der Konsum von Hühnerfleisch Unglück bringt, untersagte er der gesamten Mannschaft kurzerhand, während der Vorbereitung und des gesamten Turniers, Hühnerfleisch zu essen. Das Ergebnis ist bekannt, Argentinien wurde Weltmeister.

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