Vorschau EM Qualifikation Deutschland - Irland

Foto: Michael Kranewitter

Nach dem zweiten Spieltag der EM-Qualifikation zeigt die Tabelle der Gruppe D ein kurioses Bild: Polen und Irland rangieren ohne Punkteverlust auf den oberen Tabellenrängen, während sich Deutschland dahinter mit 3 Zählern auf Platz 3 einreiht, der nach neuestem Reglement immerhin ein Ticket für die Play-offs garantiert. Freilich ist diese Momentaufnahme angesichts der noch verbleibenden Spieltage kein ernsthafter Grund zur Sorge.

DFB-Elf ist nach der Pleite in Polen gefordert

Dass aber, nach dem glanzlosen Quali-Auftakt gegen Schottland (2:1 für Deutschland), das samstägliche Nachbarschaftsduell in einer 2:0-Pleite für den Weltmeister endete, kam tatsächlich als Überraschung. Für die Polen ist es der erste Sieg über die DFB-Elf überhaupt gewesen. Wirklich folgenschwere Erkenntnisse aber, hat der Spieltag nicht gebracht. Unterm Strich steht eine frisch zusammen gewürfelte Startelf, mit den Jungstars Rüdiger und Durm sowie dem Länderspiel-Debütanten Bellarabi, die bei klar überlegenem Auftreten ihre Chancen nicht auswertete, umgekehrt aber zum Opfer der eigenen Abwehrfehler und der Abschlusshärte des Gastgebers wurde.

Die nächste Chance aber, sich von weltmeisterlicher Seite zu zeigen, präsentiert sich gleich heute Abend (20:45), an dem der zweite Teil der Quali-Doppelrunde die Iren nach Gelsenkirchen führt. Die Mannschaft rund um Starstürmer Robbie Keane, der mittlerweile ein ruhiges Dasein in der amerikanischen Liga fristet, ist für ihre unberechenbaren und leidenschaftlichen Auftritte bekannt. Gegen deutsche Disziplin sind sie damit, historisch betrachtet, schon öfters erfolgreich angerannt, insgesamt stehen aber auf deutscher Seite deutlich mehr Erfolge zu Buche (9 Siege, 4 Unentschieden, 5 Niederlagen).

Die letzten beiden Duelle gingen klar an Deutschland

Gerade die jüngsten Begegnungen in der Qualifikation zur Fußball Weltmeisterschaft 2014 konnte die DFB-Elf mit 3:0 zuhause und 6:1 auswärts klar für sich entscheiden, was unter anderem auch zu sehr niedrigen Siegquoten für das heutige Spiel gegen Irland geführt hat. Nichts desto trotz kommen die Iren nicht extra nach Deutschland „um nur dabei zu sein“, wie es Kapitän Keane formuliert. Die kampfstarken Inselkicker und ihre erfahrene Sturmspitze nimmt auch Bundestrainer Joachim Löw nicht auf die leichte Schulter. Er hat zudem, einmal mehr, mit großen Personalsorgen zu kämpfen.

Wie vor kurzem bekannt wurde, werden nicht nur Schweinsteiger, Khedira, Özil und Höwedes, sondern auch Kramer und Schürrle, die an einer Magen-Darm-Grippe laborieren, fehlen. So wird wohl, aus den Umständen heraus, auch der heutige Abend Nährboden für zahlreiche Experimente. Keine Überraschung wird es hingegen aller Voraussicht nach im Tor geben, das Manuel Neuer nach den mittlerweile 3 EM-Quali Gegentreffern versucht sein wird, „sauber“ zu halten.

Sollte dies wider Erwarten nicht gelingen, so bleibt mit sieben weiteren, zwischen November 2014 und Oktober 2015 angesetzten Gruppenspieltagen aber noch genügend Zeit, um den an die Tabellenspitze verlorenen Anschluss wieder herzustellen. Und so kann auch die deutsche Auswahl dem heutigen Abend entspannt entgegen blicken. Schließlich ist es unwahrscheinlich, dass sich der Weltmeister auf lange Sicht überrollen lässt, und schon gar nicht von den Fußballzwergen Georgien und Gibraltar, denen ihr erster Direktvergleich mit dem Gruppenkopf in der EM Qualifikation noch bevorsteht.

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